M I K U L O V
war ein wichtiges Zentrum des jüdischen Lebens in Mähren
Die jüdische Gemeinde etablierte sich in Mikulov schon im XV. Jhrt. und 100 Jahre später bekam sie, wie alle jüdischen Gemeinden in Mähren, eigene Verwaltung mit eigenem Bürgermeister. Ein wichtiges Ereignis für das Leben der Gemeinde war die Umsiedlung der jüdischen Druckerei aus Brünn nach Mikulov. So wurde Mikulov bald zu einem Mittelpunkt des Religions -und Kulturlebens der Juden in Mähren. Ihre Jeschiwas und Talmudschulen waren bekannt und geachtet in ganz Europa. Hier wirkten behrümte Rabbiner, wie Rabbi Jehuda Ben-Becalel (Rabbi Löv), Samson Rafael Hirsch u.A. Als 1848 die Juden volle bürgerlichen Rechte bekommen haben, gingen viele nach Wien oder Brünn, wo sie weiter aktiv am wirtschaftlichen und kulturellem Leben mitwirkten.
Heute leben in der Stadt keine Juden mehr. Trotz einiger Umbauten blieb in den engen Gassen um die Synagoge ein Hauch der Vergangenheit erhalten.
Horni Synagoge vor und nach der Renovierung
Horni Synagoga ist eine von den wenigen Synagogen im "polnischen" Stil, die in erhalten blieben. Es ist ein schönes Gebäude, ihre Innenwände sind reich mit Ornamenten und Inschriften geschmückt. Der Amemor wird von vier korrinthischen Säulen getragen.

Ehemalige jüdische Strasse führt zu dem berühmten jüdischen Friedhof am Rande der Stadt. Er liegt mitten einer idyllischen Weinladschaft und gehört zu den wichtigsten in Europa. Die meisten Grabsteine sind aus weißem Kalk oder Marmor, reich verziert.Auf dem Rabbinerhügel finden sich Gräber vieler wichtigen Persönlichkeiten. So hat dieser Ort für die Chassiden aus der ganzen Welt an seiner Bedeutung nichts verloren. Jedes Jahr pilgern viele orthodoxen Juden zum Grabe des berühmten Kabbalisten Schmelke Horowitz, bekannt als der "Rebbe von Nikolsburg", der hier im XVII. Jhrt. gewirkt hatte. Auch im Mai 2007 kamen viele und feierten in der Synagoge gemeinsam den Sabbat.
 
Schon vom Weiten - hoch über der Fluss gelegen
begrüßt die Weinstadt Mikulov ihre Besucher
Die kleine Grenzstadt Mikulov pber dem Tal der Dyje wurde währender vielen Kriege mehrmals verbrannt und immer wieder aufgebaut. Die Stadt war traditionell immer tolerant zu den Andersdenkenden und bot Zuflucht nicht bloß den Juden, sondern auch anderen Glaubenfemeinschaften, wie z.B.einer Gruppe der Wiedertäufer, die im XVI.Jhrt. unter dem evangelischen Adel Mährens Schutz fanden.

Das historische Zentrum hat ihren Charm bis heute bewahrt. Gut erhalten blieben ihre Barock- und Renaissancehäuser. Sogar der Napoleon weilte kurz in der Stadt. Die Stadt ist ein guter Ausgangspunkt für die Entdeckungsausflüge in die wunderschönen südmährischen Weinberge
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Das dominante Schloßkomplex gehörte zu den größten Festungsbauten in Mähren. Im XVII. Jhrt. wurde die Burg zu einem Renaissanceschloß umgebaut.