T R E B I C
DIE JÜDISCHE STADT
von Trebic
war ein wichtiges Zentrum der jüdischen Kultur in Mähren
Jüdischer Viertel heute, festlich geschmückt für das alljährliche Musikfestival und früher, mit dem Blick auf den jüdischen Friedhof.
Einige Bemerkungen zur Geschichte der Juden in der Stadt.
Der erste historische Nachweis über die jüdischen Siedler in der Stadt ist in der Stadtchronik aus dem Jahr 1433 zu finden. Trotz der zahlreichen Schwierigkeiten, (die Juden wurden mehrmals aus der Stadt ausgewisen), entstand bald auf dem engen Raum zwischen dem Fluß Jihlava und den Felsen ein prosperierendes Viertel, genannt "V Zidech". Die Bewohner waren gute Handwerker und Geschäftsleute und trotz der zahlreichen Verbote und Vorschriften, die den Juden von der Obrigkeit auferlegt worden sind, gehörten sie bald zueinem wichtigen Wirtschaftsfaktor der Stadt. Im XVII-Jhrt. stellten sie schon einen eigenen Bürgermeister und nach 1848, als die Juden in Mähren volle bürgerlichen Rechte bekamen, erlangte auch die jüdische Gemeinde die politische Selbständigkeit, Viele Bewohner verließen im Zuge der Emanzipation das Ghetto und schließlich wurde 1931 das jüdische Vierterl in die Gemeinde Trebic aufgenommen.
JÜDISCHES TREBÌC HEUTE
Heute sind die alten Gassen im jüdischen Viertel wieder zum Leben erwacht. Schön renoviert, wurde die "Zadni Synagoge" zum Informationszentrum für die zahlreichen Kulturveranstaltungen ausgebaut. Seit mehr als zehn Jahren findet am Anfang Juni ein Kultur -und Musikfestival statt. In der Zeit gehört "Zámost´", so heißt das Viertel, den jungen Besuchern. Überall wird Musik gemacht, gespielt, gedrommelt, an jede Ecke ein Straßenmusiker.Eine sehr junge Musik. Es ist schön durch die engen Sträßchen schlendern, an den ehemaligen jüdischen Häusern bummeln. Die Info-Tafeln informieren über die Geschichte der einzelnen historischen Bauten.
ZADNI SYNAGOGA
Bei der Renovierung ist es gelungen die historische Stimmung anzufangen und gleichzeitig das Gebäude für das moderne leben zu erwecken. Der Tempel wird für verschiedene Ausstellungen genutzt. Man muss sagen, dass sich das "Geschäft" mit der Jüdischkeit in den Grenzen hält. Etliche Restaurants bieten zwar so genannte jüdischen Küche an, aber meistens entpuppt sie sich als eine solide, gute tschechische Hausmannsküche. Und es ist gut so!





Zadní Synagoge vor und nach der Renovierung
TREBIC - TOR ZU DEN BÖHMISCH-MÄHRISCHEN HÖHEN
 
Die altertümliche Stadt Trebíc liegt mitten in den Böhmisch-Mährischen Höhen. Gegründet im 13. jhrt. von den Benediktinern, wurde die Stadt schnell zu einem Industrie- und Kulturzentrum der Region. Hier studierte einer der vichtigsten tschechischen Dichter, Vitezslav Nezval. Erinnerungen an diese schöne Stadt tauchen immer wieder in seinen Gedichten auf. Die berühmte romanische Basilika mit der gorischen Krypta, das Kloster und nicht zuletzt das Schloss mit der einzigartigen Krippensammlung bezaubert jeden Besucher. Es ist sehr angenehm, dass die Touristenmassen diese schöne und vielseitige Stadt noch nicht entdeckt haben. Ungestört kann man durch die vielen Galerien und Antiquariate schlendern und anschleißlich einfach, aber gur in einer der zahlreichen Gaststätten essen, dazu das kräftige Bier asu der nahen Brauerei Dalesice kosten.
Die Basilica des hl. Prokops, 1260 im romanisch-hotischen Stil erbaut, wurde 2003 in die UNESCO-Weltkuturerbe-Liste aufgenommen. Die dreischiffige Basilika beeindruckt durch ihre rauhe Schönheit.1920 hat man den Putz abgeklopft und den ursprünglichen Zustand belassen, was eine unheimliche Atmosphäre erzeugt. Eine Kostbarkeit ist das Eintrittsportal aus dem XIII Jhrt., erst im XIX.Jhrt. wiederentdeckt. Die Führung ist sehr interessant, unbedingtmitmachen.
Vitezslav Nezval und seine geliebte Gaststätte